Ausflug 2017: Der Sommer macht Pause

Delta in der Region Freiburger Voralpen, CC BY-SA-4.0, Michael Gilgen, Bangerten bei Dieterswil, Switzerland
Delta in der Region der Freiburger Voralpen

Die Freiburger Voralpen gehören zu einer Region, wo noch der eine oder andere weisse Fleck auf Insekten-Verbreitungskarten verzeichnet ist. Grund genug, die Gegend rund um den Le Moléson zum Ziel des diesjährigen Vereinsausflugs zu machen. Trotz teilweise schlechten Wetters konnten diverse holzbewohnende Käfer und einige Tagfalter beobachtet werden.

Der diesjährige Vereinsausflug vom 1. und 2. Juli ins Freiburger Alpenvorland stand nicht unter einem besonders guten Stern. Denn leider machte der Sommer am betreffenden Wochenende eine kurze Pause und das Wetter zeigte sich von seiner garstigen Seite. Diverse Aktivitäten, die zusammen mit den Freiburger Entomologen geplant waren, fielen daher den misslichen Bedingungen zum Opfer. Dies galt für den Lichtfang am Samstagabend sowie eine Exkursion zum Le Moléson am Sonntag, die beide nicht durchgeführt werden konnten.

Der Samstagnachmittag bot trotzdem sonnige Abschnitte, so dass sich eine kleine Gruppe von Unentwegten auf den Weg machte. Die weiteren Teilnehmer trafen im Verlauf des Nachmittags ein.

Das Ziel des EVB-Ausflugs 2017: Die Region rund um den Le Moléson

Das Ziel war eine Tour um den Lac de Montbovon. Dort konnten gegen 10 häufige Bockkäfer, wie der Bunte Kugelhalsbock (Dinoptera collaris), der Gefleckte Schmalbock (Rutpela maculata) und der Feldahorn-Bock (Alosterna tabacicolor) beobachtet werden. Dazu kamen einige weitere, überwiegend holzbewohnende Käfer, wie der Rosenkäfer (Cetonia aurata) und der Gebänderte Pinselkäfer (Trichius fasciatus), sowie die beiden in der Schweiz vorhandenen Bienenwölfe (Trichodes apiarius und T. alvearius).

Auf einem Delta waren diverse kleine Laufkäfer der Gattung Bembidion auffindbar und es flogen auch Schmetterlinge wie das Schachbrett (Melanargia galathea) und der Baumweissling (Aporia crataegi).

Erfreulicherweise konnten zumindest zwei Arten gefunden werden, die gemäss der Datenbank des CSCF im Gebiet noch nicht verzeichnet waren. Es waren dies der Weiden-Linienbock (Oberea oculata) sowie der Karstweissling (Pieris mannii), welche durch Christoph Germann bzw. Ursula Beutler aufgespürt wurden.

Der Weiden-Linienbock (Oberea oculata) entwickelt sich, wie der deutsche Name besagt, in verschiedenen Weidenarten. Er kann im Juni und Juli beobachtet werden. Ein Exemplar wurde in der Nähe von Grandvillard an der Wirtspflanze gesichtet.

Am Abend trafen sich die Teilnehmenden im Hotel in Grandvillard, wegen des lausigen Wetters waren einige Mitglieder lediglich für das Abendessen angereist. Bei Fondue und «Double crème de Gruyère» wurde über die Funde und Beobachtungen der laufenden Saison diskutiert.

Das übrig gebliebene Trüppchen – zwei Mitglieder hatten sich in Richtung Simplon verabschiedet – startete am folgenden Tag mit einem Ausflug ausgehend von Albeuve durch die Gorges de l’Evi, bis auf 1100m nach Plan Carré am Fusse des Le Moléson. Da auch die besten Regenkleider dem Regen nicht trotzen konnten, musste bereits vor dem Mittag die Rückkehr nach Bern angetreten werden.

Obwohl das Wochenende entomologisch nicht von Erfolgen gekrönt war – und die auf den Verbreitungskarten vorhandenen Lücken nicht wie vorgesehen gefüllt werden konnten – haben wir gemeinsam einen lustigen Abend bei Freiburger Spezialitäten verbracht. Irgendwann möchten wir in das Gebiet zurückkehren. Ein kleines Highlight war, dass wir das am Samstag erfolgte Erdbeben mit Epizentrum in Château d’Oex mitbe­kommen haben.

In der Umgebung des Le Moléson: Das übriggbliebene Trüppchen durchnässt und im Nebel kurz vor dem Abbruch der Exkursion.