Insekten-Förderschwerpunkte im Kanton Bern: Libellen

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Kopf der Blauen Federlibelle (Platycnemis pennipes), Bild: Gilles San Martin, Namur, Belgium. CC BY-SA_NC 2.0, FLICKR

Im Kanton Bern sind für Schutz und Förderung von Insekten die Abteilungen Naturförderung des LANAT (ANF) und das Amt für Wald (KAWA) verantwortlich. Grundlage für die Artenförderung stellt die „Liste der National Prioritären Arten“ des BAFU dar.

Die Mittel und Möglichkeiten zur Arten-Förderung im Kanton Bern sind begrenzt.  Daher haben die zuständigen Ämter Schwerpunkte für selber initiierte Projekte definiert. Die Liste der Förderschwerpunkte enthält bei den Insekten 5 Käfer-, 3 Heuschrecken-, 4 Libellen- sowie 11 Schmetterlingsarten. Wir werden in mehreren Beiträgen diese Arten porträtieren. Den Beginn machen die Libellen (Odonata).

Libellen: 59 Arten im Kanton Bern

In der Schweiz sind 80 Libellenarten bekannt. 59 davon kommen im Kanton Bern vor. Folgende 4 Arten befinden sich auf der Berner Liste der Förderschwerpunkte 2016-2019: Helm-Azurjungfer, Sumpf-Heidelibelle, Kleiner Blaupfeil, Grüne Keiljungfer.

Gefährdung durch Zerstörung des Lebensraums

Libellenlarven entwickeln sich in Tümpeln und Teichen und im Uferbereich von Seen und Flüssen. Sie sind gute Indikatoren für die biologische Qualität eines Gewässers. Eine Gefährdung basiert u.a. auf den folgenden Ursachen: Trockenlegung von Flach- und Hochmooren, Verlandung von Gewässern, Verbau der Ufer von Seen und Fliessgewässern, Eutrophierung von Gewässern durch Düngemittel, Fischbesatz in kleinen Gewässern.

Die Schutzbemühungen zielen vorwiegend auf die Erhaltung und Wiederherstellung der Lebensräume, die den Libellen zur Entwicklung dienen, ab.

Helm-Azurjungfer (<em>Coenagrion mercuriale</em>), Gehört mit einer Länge von etwa 3 cm zu den Kleinlibellen und entwickelt sich in sauberen Gräben oder Quellgewässern. Im Mittelland existieren nur noch wenige Restpopulationen. Kann gut mit häufigeren Arten der Gattung verwechselt werden.
Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale). Gehört mit einer Länge von etwa 3 cm zu den Kleinlibellen und entwickelt sich in sauberen Gräben oder Quellgewässern. Im Mittelland existieren nur noch wenige Restpopulationen. Bild: Gilles San Martin, Namur, Belgien. CC BY-SA-NC 2.0, FLICKR
weist eine Grösse von etwa 3 cm auf, wenige Vorkommen im Kanton Bern, ist in der Ostschweiz weiter verbreitet. Die Entwicklung in dicht bewachsenen Gewässern dauert 2-3 Monate, die Überwinterung erfolgt im Eistadium. Flugzeit: Juli bis Oktober
Sumpf-Heidelibelle (Sympetrum depressiusculum): Wenige Vorkommen im Kanton Bern sind bekannt. Die Entwicklung in dicht bewachsenen Gewässern dauert 2-3 Monate, die Überwinterung erfolgt im Eistadium. Flugzeit: Juli bis Oktober. Bild: Alastair Rae, London, UK. CC BY-SA-NC 2.0, FLICKR
Bis 4.5 cm lange Libelle. Im Gegensatz zu den blauen Männchen ist der Hinterleib der Weibchen grünlich-braun. Die Entwicklung dauert 2 Jahre, die Art – obwohl vom Aussterben bedroht - ist im Kanton Bern in den letzten Jahren an neuen Standorten nachgewiesen worden
Kleiner Blaupfeil (Orthetrum coerulescens). Bis 4.5 cm lange Libelle, im Gegensatz zu den blauen Männchen ist der Hinterleib der Weibchen grünlich-braun gefärbt. Die Entwicklung dauert 2 Jahre, die Art – obwohl vom Aussterben bedroht – konnte im Kanton Bern in den letzten Jahren an neuen Standorten nachgewiesen werden. Bild: Paul Ritchie, Southampon, UK, CC BY-SA-NC 2.0, FLICKR
wird auch Grüne Flussjungfer genannt und gehört zu den Grosslibellen. Benötigt für die 3 Jahre dauernde Entwicklung grössere Gewässer die nicht zu langsam fliessen, man kann sie hauptsächlich von Mitte Juni bis Ende August antreffen. Kommt noch an wenigen Stellen der Aare vor.
Die Grüne Keiljungfer (Ophiogomphus cecilia) wird auch Grüne Flussjungfer genannt und gehört zu den Grosslibellen. Sie benötigt für die 3 Jahre dauernde Entwicklung grössere Gewässer, die nicht zu langsam fliessen. Die Grüne Keijungfer kommt an wenigen Stellen der Aare vor und man könnte sie hauptsächlich von Mitte Juni bis Ende August antreffen. Bild: Jörg Hempel, Deutschland. CC BY-SA 2.0, FLICKR
Quellen / Weiterführende Informationen
Arten-Förderschwerpunkte Kanton Bern 2016-2019 (LANAT)
Artenschutz Libellen im Kanton Bern (LANAT 2011)
Broschüre zum Libellenschutz (Pro Natura 2009)
Kommentierte Liste der Libellen der Schweiz (Christian Monnerat/CSCF 2013)
Faunenwandel der Libellen (Odonata) am Moossee (BE) während der letzten 140 Jahre unter dem Einfluss anthropogener Eingriffe (René Hoess/Entomo Helvetica 2015)

Beitragsbild: Frontaufnahme der Blauen Federlibelle (Platycnemis pennipes). Sie hat bei der Förderung im Kanton Bern keine Priorität. Bild: Gilles San Martin, Namur, Belgien. CC BY-SA-NC 2.0, FLICKR.

1 Kommentar

  1. Lieber Verein

    Recht herzlichen Dank für diese Beiträge auf der Frontseite dieser Hompage. Ich bin entzückt über diesen Beitrag und voller Hoffnung, dass sich weitere Interessenten auf diesen Text hin melden werden.

    Herzlichen Dank für dieses Engagement!
    mit bestem Gruss, Petra Graf (Abteilung Naturförderung)

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