Bombardierkäfer wehren sich gegen Kröten

Bombardierkäfer Pherosphosus cinctus, Bild: Udo Schmidt, Deutschland, CC BY-SA-NC 2.0

Manche Tiere verschlingen ihre Beute bei lebendigem Leib. So wurden in den Mägen von Schlangen lebende Tiere wie Mäuse oder Ratten gefunden. In einer kürzlich publizierten Studie wurde gezeigt, dass auch Bombardierkäfer in der Lage sind, sich aus den Mägen ihrer Feinde, den Kröten, zu befreien. Dies geschieht, indem der Käfer die Kröte durch Freisetzung chemischer Substanzen zum Erbrechen bringt.

Bombardierkäfer sind bewaffnet

Bombardierkäfer gehören zu der Familie der Laufkäfer (Carabidae). Sie verfügen am Hinterleibsende über einen komplexen „Apparat“ mit dem in einer chemischen Reaktion giftige Gase produziert und in einer Temperatur von 100 °C abgeschossen werden können. Wird ein Bombardierkäfer von einer Kröte oder einem Frosch angegriffen, wird dem Feind die Mischung, welche auch Wasserstoffperoxid enthält, entgegengespritzt. Dies hält die Amphibien aber meist nicht davon ab, den Käfer zu verschlingen.

Den Magen einer Kröte lebend verlassen!

Experimente in Japan mit dem Bombardierkäfer Pheropsophus jessoensis haben ergeben, dass gegen 50 % der verschlungenen Käfer die Kröten durch das Abschiessen ihrer giftigen Mischung im Magen zum Erbrechen bringen konnten. Die Käfer wurden zwischen 12 und 107 Minuten nachdem sie gefressen worden waren, ausgeworfen. Alle Tiere waren noch am Leben. Die Autoren haben zugleich ermittelt, dass die Bombardierkäfer resistenter sind gegenüber den Magensäften der Kröten als andere Laufkäferarten.

In der Schweiz kommen 5 Bombardierkäferarten aus der Gattung Brachinus vor. Diese sind kleiner als die in den Experimenten verwendete Art. Es wäre zu untersuchen, ob auch unsere Arten dem Magen einer Kröte „entsteigen“ können.

Quelle
Publikation: Successful escape of bombardier beetles from predator digestive systems

Beitragsbild: Bombardierkäfer Pheropsophus cinctus, nahe verwandt mit P. jessoensis, der Art, die in der Studie verwendet wurde. Bild: Udo Schmidt, Deutschland, CC BY-SA-NC 2.0, FLICKR