EVB-Höhlenexkursion in die Grottes aux Fées in Vallorbe

Auf der Suche nach Laufkäfern: Michael Balkenohl wurde nicht fündig und wird zurückkehren

Auch in Höhlen und Grotten sind Insekten zu finden. Ein Höhlenbesuch lohnt sich in den ersten Wintermonaten, da dort diverse Falter im Überwinterungsquartier angetroffen werden können. Ruedi Bryner, unser Spezialist für „Höhlenfalter“, führte uns am ersten Novemberwochenende in mehrere Höhlen in der Umgebung von Vallorbe. Wir wurden nicht enttäuscht: Die 13 Teilnehmenden der Exkursion bekamen alle 4 „Höhlenfalter“ und diverse Spinnen zu sehen.

Nach einem knapp halbstündigen Aufstieg wagten die Mutigsten einen Blick in die Petite Grotte aux Fées. Um in die Höhle zu gelangen, muss ein Stück durch den nur etwa einen halben Meter hohen Eingang gekrochen werden. Hier konnten die ersten Falter und Spinnen entdeckt werden. Einige hundert Meter weiter oben ist der Zugang in die Grande Grottes aux Fées komfortabler, auf den ersten 200 Metern waren folgende 4 Arten zu sehen, teilweise in stattlicher Zahl:

Zimteule (Scoliopteryx libatrix), Grosser Höhlenspanner (Triphosa sabaudiata), Brauner Höhlenspanner (Triphosa dubitata), Kleiner Höhlenspanner (Triphosa tauteli)

Zimteule auch genannt Zackeneule (Scoliopteryx libatrix). Eine der 4 auf der Exkursion beobachteten Arten. Bild: Ruedi Bryner, Biel, Schweiz
Kleiner Höhlenspanner (Triphosa tauteli). Dieser „Höhlenfalter“ wurde erst 2008 beschrieben. Die ersten Nachweise für die Schweiz wurden von Ruedi Bryner im Jahr 2014 publiziert. Auf unserer Exkursion haben wir lediglich ein Exemplar gesichtet. Bild: Ruedi Bryner, Biel, Schweiz
Brauner Höhlenspanner (Triphosa dubitata), die häufigste Art in unseren Höhlen. Bild: Ruedi Bryner, Biel, Schweiz
Grosser Höhlenspanner (Triphosa sabaudiata). Bild: Ruedi Bryner, Biel, Schweiz

Weiter sahen wir Dipteren, Weberknechte und mindestens 2 Spinnenarten, u.a. die Grosse Höhlenspinne oder Höhlenkreuzspinne (Meta menardi), die ganzjährig angetroffen werden kann. Sie ist an an ein karges Nahrungsangebot – wie es in den Höhlen vorhanden ist – angepasst. Zwei Fledermäuse konnten ebenfalls beobachtet werden.

Im Anschluss besuchten wir noch die Grotte de Vallorbe. Diese touristisch erschlossene Höhle ist bis Ende November geöffnet. Auf dem Rundgang konnten wir die verschiedenen, durch die Natur in Jahrmillionen gestalteten Höhlenstrukturen bewundern. Abgesehen von einigen Steinfliegen waren keine 6- oder 8-Beiner zu sehen: Die Höhle ist ausserhalb der Öffnungszeiten jeweils mit einer „insekten-dichten“ Tür geschlossen.

Die Teilnehmenden posieren für den Fotografen auf dem Parkplatz bei der Grotte de Vallorbe, Ausgangspunkt für den Besuch der verschiedenen Höhlen

Der Ausflug bleibt in bester Erinnerung. Es gibt noch Dutzende von Höhlen und Grotten im Jura, die besucht werden könnten. Vielleicht erkunden wir eine von diesen in den kommenden Wintern?

Quellen / Weiterführende Informationen
Erstnachweis von Triphosa tauteli für die Schweiz
Informationen zu den Höhlen im Jura

Beitragsbild: Michael Balkenohl auf der – leider – erfolglosen Suche nach Laufkäfern. Ruedi Bryner, Biel, Schweiz